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18.09.2019

Hintergrund und Vernetzung des Krefelder Bauhaus-Projekts

Das vom Krefelder Verein Projekt MIK e.V. initiierte und geplante Forschungs- und Ausstellungsprojekt „map 2019 – Bauhaus – Netzwerk – Krefeld“ ist ein Beitrag zu Bauhaus 100, Bauhaus 100 im Westen sowie zum Krefelder Perspektivwechel

2019 findet das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses statt. Am 1. April 1919 in Weimar gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, bestand das Bauhaus nur 14 Jahre. Dennoch wirkt die legendäre Hochschule für Gestaltung bis in die Gegenwart fort. Sie gilt als wirkungsvollster kultureller Exportartikel Deutschlands im 20. Jahrhundert.

Wegen der Strahlkraft und des Facettenreichtums des Bauhaus-Erbes, das bis heute Künstler, Architekten, Designer und Pädagogen in seinen Bann zieht, arbeiten für das Jubiläumsjahr die drei Institute, die sich heute an den traditionellen Standorten des Bauhaus in Weimar, Dessau und Berlin um die Erforschung und Präsentation der Bauhaus-Hinterlassenschaften kümmern, zusammen mit dem Bund (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kulturstiftung des Bundes) und zehn Bundesländern im Bauhaus-Verbund 2019 eng zusammen. Eine Geschäftsstelle des Verbundes wurde in Weimar eingerichtet.

Die Krefelder Initiative Projekt MIK e.V., der sich seit ihrer Gründung 2010 für die Erforschung, Präsentation und Vermittlung des Bauhaus-Erbes in Krefeld einsetzt, entschied sich nach dem erfolgreichen Ausstellungsprojekt „Mies 1:1 – Das Golfclub-Projekt“ dafür, in einem weiteren Forschungs- und Ausstellungsvorhaben im Jubiläumsjahr 2019 die vielfältigen Verbindungen der Krefelder Seidenindustrie zum Bauhaus und seinen prominenten Künstlern zu thematisieren. Dieses Projekt „map2019 – Bauhaus-Netzwerk Krefeld“ ist von Nordrhein-Westfalen als „Leuchtturmprojekt“ des Landes in den Bauhaus-Verbund eingebracht worden.

Vergangene Woche (13./14. September 2018) fand im Unesco-Welterbe Zeche Zollverein in Essen mit dem Symposium „Die Welt neu denken“ der Auftakt der Aktivitäten in Nordrhein-Westfalen zum Bauhausjahr 2019 statt. Diese Aktivitäten werden vom Ministerium des Landes NRW für Kultur und Wissenschaft und den beiden Landschaftsverbänden koordiniert.

Eine Vielzahl von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen sowie Leiter und Leiterinnen von Kultureinrichtungen in NRW stellten in Essen die vielfältigen Beziehungen von Künstlern des Bauhaus und seines Umfelds zum Westen Deutschlands dar. Deutlich wurde einmal mehr, dass Krefeld die einzige Stadt in NRW ist, in der rund 25 Bauhaus-Künstler oder –Absolventen

zeitweilig oder sogar lebenslang tätig waren – ein Umstand, den bei der Eröffnung auch die Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Isabel Pfeiffer-Poensgen, betonte.

Christiane Lange, Vorsitzende von Projekt MIK e.V. und Kuratorin des Krefelder Jubiläumsbeitrags, schilderte in ihrem Referat, welche Alleinstellungsmerkmale gerade Krefeld so eng mit dem Bauhaus verbanden. Die Rolle der Krefelder Seidenindustrie als Auftraggeber für den Architekten Ludwig Mies van der Rohe ist inzwischen weitgehend bekannt. In keiner Stadt Europas stehen mehr von Mies entworfene Gebäude.

Aber die aktuellen Recherchen von Projekt MIK e.V. zeigen, dass die Seidenindustrie auch sehr bemüht war, prominente Bauhaus-Lehrer und –Absolventen nach Krefeld zu holen, um die Exportchancen der deutschen Seidenindustrie durch modernes Design zu verbessern und dafür auch eine Modernisierung der Gestalterausbildung an den Berufsfach- und Fachhochschulen durchzuführen.

Mehr als in den meisten Städten Deutschlands bestand in Krefeld seit den 1920er-Jahren ein großes Interesse und eine Offenheit für die Kultur der Moderne, wie sie vom Bauhaus verkörpert wurde. Das Bauhaus war eine lebendige Ideenschule und ein Experimentierfeld auf den Gebieten der freien und angewandten Kunst, der Gestaltung, der Architektur und der Pädagogik. Hier wurde abseits der bekannten Wege begeistert und voller Neugier neues Terrain betreten. Es wurde ausprobiert, skizziert, untersucht und produziert. Gelernt und experimentiert wurde am realen Material und im echten Leben. Ausgehend von der künstlerischen Praxis ging es um nichts Geringeres als um die Revolution des Alltags, um das Wohnen und das Zusammenleben in der Gesellschaft. Fragen, die heute ebenso aktuell und relevant sind, wie vor 100 Jahren.

Um diesen wichtigen Aspekt – Kunst als Freiraum und Initialzündung – herauszustellen, hat sich Projekt Mik e.V. entschieden, sein Ausstellungsprojekt zum Bauhaus-Jubiläum nicht in einem vorhandenen Gebäude anzusiedeln, sondern in einem eigens für diesen Zweck errichteten Kunstwerk: in der begehbaren Skulptur Pavillon von Thomas Schütte.

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18.09.2018

Das Projekt „map 2019 – Bauhaus – Netzwerk – Krefeld“

map 2019 – Bauhaus – Netzwerk – Krefeld ist ein Forschungs-, Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt. Es richtet den Fokus auf die langjährige Zusammenarbeit von bedeutenden Vertretern des Bauhauses mit der Krefelder Seidenindustrie. Der letzte Bauhaus-Direktor Ludwig Mies van der Rohe, die Leiterin der Ausbauklasse Lilly Reich, der Erfinder des legendären „Vorkurses“ Johannes Itten, die Maler Georg Muche und Max Peiffer-Watenpuhl und weitere rund 25 Absolventen und ehemalige Lehrer des Bauhauses waren in Krefeld in unterschiedlichen Funktionen tätig. Sie hinterließen wichtige Architekturen (Mies’ Häuser Lange und Esters und sein einziger Industriebau, das Verseidag HE-Gebäude). Und sie prägten die Gestalterausbildung (Textilingenieurschule/Werkkunstschule) und über die Lehre auch das Design bis in die 1960er Jahre.

Bauhaus Netzwerk Krefeld. Ein Forschungsprojekt
Ein Team aus sieben Kunst-, Wirtschafts- und Architekturhistorikern hat das komplexe Netzwerk von Bauhäuslern und Akteuren der Seidenindustrie, des Werkbundes und der Kunstszene untersucht, welches in Krefeld in ungewöhnlicher Weise künstlerische und ökonomische Interessen zusammenführte. Die Ergebnisse dieses von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Forschungsprojektes werden am 16.und 17. November 2018 in der Tagung „Bauhaus und Industrie“ vorgestellt. Sie liegen im April 2019 als Publikation vor und sind die Grundlage der Ausstellung Bauhaus und Industrie in Krefeld.

Bauhaus und Industrie in Krefeld. Ausstellung in einem Pavillon von Thomas Schütte
Als Ort der Ausstellung und der Veranstaltungen wird die begehbare Skulptur Pavillon von Thomas Schütte in fußläufiger Entfernung zu den Mies van der Rohe-Villen Haus Lange und Haus Esters errichtet. Standort wird die Wiese im nördlichen Teil des Kaiserparks an der Wilhelmshofallee sein. Im Inneren der oktogonalen Holzkonstruktion führt eine Ausstellung die Besucher in sieben Kabinetten durch die Geschichte des Bauhauses und seiner bedeutenden Verbindung nach Krefeld.

Der in Düsseldorf lebende Künstler Thomas Schütte setzt sich in seiner Werkgruppe der Modelle seit Jahrzehnten mit architektonischen Formen aus der Perspektive des Künstlers auseinander. Das Bauhaus und seine Idee von Architektur spielen für den Künstler dabei keine Rolle. Im Kontext von der Ausstellung Bauhaus und Industrie in Krefeld verweist die Arbeit Pavillon vielmehr auf die Bedeutung der bildenden Kunst als Impulsgeber für das Bauhaus und die Szene der Unternehmer und Institutionen, die ihm in Krefeld den Boden bereiteten.

Veranstaltungen:
2019 werden im Pavillon begleitend zur Ausstellung Vorträge, Kulturveranstaltungen und wissenschaftliche Fachtagungen stattfinden. Er wird außerdem Ausgangspunkt von Architekturführungen sein und die Möglichkeit bieten sich über weitere Veranstaltungen des Jubiläums Bauhaus 100, Bauhaus 100 im Westen und des Krefelder Perspektivwechsels zu informieren.

Bauhaus in Krefeld Entdecken Ein digitaler Architekturguide
Teil des Projektes map 2019 – Bauhaus – Netzwerk – Krefeld ist ein digitaler Architekturguide zur Geschichte der Moderne in Krefeld. Dieser online verfügbare Guide wird anhand von bemerkenswerten oder typischen Gebäuden die Architektur-, Sozial- und Industriegeschichte der ehemaligen Seidenstadt Krefeld beleuchten. Viele Hintergrundinformationen, Karten und Abbildungen werden online abrufbar sein. Sie führen den mit Smartphone oder Tablet ausgestatteten Spaziergänger oder Radfahrer durch die Stadt. Genug zu entdecken gibt es dazu in Krefeld: Bis in die 1960er Jahre lebten und arbeiteten viele Bauhäusler in Krefeld. Ludwig Mies van der Rohes Fabrikantenvillen Haus Lange und Haus Esters kommen natürlich darin vor, auch sein „Färberei- und HE-Gebäude“ der ehemaligen Verseidag. Aber auch ein Teil des Rathauses stammt von einem Bauhäusler: Den Südflügel entwarf Hans Volger, Stadtbaurat und Absolvent des Bauhauses. Die Realisierung des Architekturguides wird von der NRW-Stiftung gefördert.

Ansprechpartner:
Kuratorin: Christiane Lange c.lange@projektmik.com
Veranstalter: Projekt MIK e.V. Krefeld www.projektmik.com
Kontakt: Rolf Schlue r.schlue@projektmik.com
Presse: presse@projektmik.com

Hintergrundinformationen:
www.projektmik.com
www.bauhaus100-im-westen.de
www.bauhaus100.de

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Bilder

Thomas Schütte, Pavillon (Modell 1:25), 2016, Kupfer, MDF, Holz 37 x 80 x 80 cm, Foto: Luise Heuter

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Thomas Schütte, Pavillon (Modell 1:25), 2016, Kupfer, MDF, Holz 37 x 80 x 80 cm, Foto: Luise Heuter

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Digitaler Architekturguide, online ab April 2019

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Hermann Lange und Josef Esters, ca. 1925

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47799 Krefeld
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