28.11.2018

Das Bauhaus und die Industrie: Tagung in Krefeld gab Einblicke in neueste Forschungsergebnisse

Rege Teilnahme ausgewiesener Bauhaus-Expertinnen und –Experten, spannende Vorträge, lebhafte Diskussionen im Anschluss an die Referate und ein ebenso angenehmer wie geschichtsträchtiger Veranstaltungsort. Im Vortragssaal der von Bernhard Pfau Anfang der 1950er Jahre entworfenen Krefelder Textilingenieurschule, an der ehemalige Bauhäusler bis in die 70er Jahre tätig waren, boten aus dem In- und Ausland angereiste WissenschaftlerInnen den Zuhörern einen facettenreichen Einblick in die Industriekooperationen von Bauhaus-Künstlern und –Gestaltern. Auch die besondere Rolle Krefelds als Stadt der Seidenindustrie kam zur Sprache. Nach zwei interessanten Tagen konnte das Organisationsteam des von Projekt MiK e.V. ausgerichteten Symposiums Referenten und Besucher zufrieden verabschieden.

Im Vorfeld des Bauhaus-Jubiläums 2019 hat Projekt MiK e.V. damit einen entscheidenden Schritt voran getan und neue Erkenntnisse zur Diskussion gestellt. Anstatt den 100. Geburtstag der berühmten Kunst- und Gestalterschule in Weimar, Dessau und Berlin einfach nur deshalb zu feiern, weil der Jahrestage-Kalender das anbietet, wollte die Krefelder Initiative von Anfang an der aktuellen Debatte um das Bauhaus neue Impulse geben und vor allem die Aktivitäten der vielen Bauhäusler in Krefeld beleuchten.

Ein Team von ForscherInnen um Christiane Lange (Stefanie van de Kerkhof, Anke Blümm, Julia Franke und Christopher Oesterreich) machte sich in Archiven an das Quellenstudium, sichtete persönliche Nachlässe, befragte Zeitzeugen und suchte die Schauplätze des späteren Wirkens ehemaliger Bauhaus-Lehrer und –Absolventen auf. Erste Ergebnisse des von der Gerda-Henkel-Stiftung geförderten Forschungsprojekts wurden auf der Tagung in Krefeld präsentiert. Weitere Aspekte lieferten die Beiträge der übrigen Forscher: Bauhaus und Keramikindustrie (Anna-Sophie Laug), Bauhaus und Tapetenfabrikation (Maren Waike-Koormann), Bauhaus und Glasindustrie (Ute Ackermann und Christoph Wowarra).

Interessiert verfolgten zwei der wichtigsten deutschen Bauhaus- und Design-Expertinnen die Krefelder Tagung. Mit Magdalena Droste (Cottbus) und Gerda Breuer (Wuppertal/Aachen) waren zwei Wissenschaftlerinnen gekommen, die die Bauhaus- und Design-Geschichtsschreibung der letzten 30 Jahre maßgeblich geprägt haben.

Die einzelnen Referate der Tagung „Die Industriekooperationen des Bauhauses – zwischen Innovationswille und Imagewerbung“ wurden von einem Kamerateam aufgezeichnet und werden in Kürze in voller Länge im Internet-Wissenschaftsportal der Gerda-Henkel-Stiftung anzusehen sein (lisa.gerda-henkel-stiftung.de).

 

 


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