Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich

Repräsentationspavillon der Seidenindustrie “Deutsche Seide”, Weltausstellung Barcelona

1929

Im Juni 1928 erhält Mies vom Verein deutscher Seidenwebereien den Auftrag, einen Repräsentationsstand der deutschen Seidenindustrie für die Weltausstellung in Barcelona zu entwerfen. Seit 1926 sind Überlegungen zum Marketing in den Fokus des Verbandes gerückt. Wohl auf Grund der erfolgreichen Ausstellung „Café Samt & Seide“ 1927 und der Verbindung des Vorstandsmitglied Hermann Lange zu Mies, der 1927 den Entwurf für die privaten Wohnhäuser von Hermann Lange und Josef Esters erhalten hat, fällt die Wahl erneut auf Mies als Architekt des Messestandes.
Mies führt das Projekt gemeinsam mit seiner Partnerin Lilly Reich aus.

Im Gegensatz zu allen anderen Ausstellern von Textilerzeugnissen, die im so genannten Textilpalast versammelt sind, entwirft Mies gemeinsam mit seiner Partnerin Lilly Reich einen geschlossenen Pavillon. Auf einer Grundfläche von circa 800 Quadratmetern umschließt ein Vitrinengang aus Wandpaneelen mit eingelassenen Vitrinen eine große, rechteckige Freifläche.

Auf ihr präsentieren Mies und Reich Samt und Seidenstoffe auf unterschiedlich hohen und breiten Ständern vor verschiedenen farbigen Glaswänden. Ein Halbrund aus schwarzem Spiegelglas bildet den optischen Höhepunkt und verweist auf die gleichzeitig entstehende Holzwand um den Essplatz im Haus Tugendhat. Der Pavillon wird mit der goldenen Medaille ausgezeichnet. Nach Beendigung der Weltausstellung Anfang 1930 wird er in Köln erneut gezeigt.

Christiane Lange, 2011

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