19.09.2018

Krefeld im Bauhaus-Jubiläumsjahr

In einer Pressekonferenz mit Oberbürgermeister Frank Meyer hat die Stadt Krefeld am 18. September 2018 zusammen mit dem Vorstand von Projekt MiK e.V., den Leiterinnen der städtischen Museen und dem Stadtmarketing offiziell einen Ausblick auf die Aktivitäten im Bauhaus-Jubiläumsjahr gegeben. Krefeld gehört zu den deutschen Städten, die den 100. Geburtstag der am 1. April 1919 gegründeten Schule für Kunst und Gestaltung besonders würdigen, da die Krefelder Seidenindustrie intensive Kontakte zum Bauhaus unterhielt und viele Lehrer und Absolventen des Bauhaus später als Architekten, Gestalter und Fachschul-Lehrer in Krefeld wirkten.

Krefeld gelangte bereits vor zwei Jahren in den Kreise der Bauhaus-Städte, weil Projekt MiK e.V. die Landesregierung von NRW und die Kulturstiftungen des Bundes und der Länder mit seinem Forschungs- und Ausstellungsprojekt zu den Bauhaus-Verbindungen der Seidenindustrie überzeugen konnte. Weil keine andere Stadt in Nordrhein-Westfalen solche konkreten historischen Bezüge zum Bauhaus vorweisen kann und Krefeld außerdem über drei weltbekannte Bauten des Bauhaus-Direktors Ludwig Mies van der Rohe verfügt, wurde Krefeld mit den Aktivitäten von Projekt MiK e.V. zum Leuchtturmprojekt der Jubiläumsaktivitäten im Westen Deutschlands.

Inzwischen sind die durch die Gerda-Henkel-Stiftung geförderten Forschungsarbeiten zur Bauhaus-Geschichte Krefelds weitgehend abgeschlossen. Ein Team aus sieben Kunst-, Wirtschafts- und Architekturhistorikern hat das komplexe Netzwerk von Bauhäuslern und Akteuren der Seidenindustrie, des Werkbundes und der Kunstszene untersucht, welches in Krefeld in ungewöhnlicher Weise künstlerische und ökonomische Interessen zusammenführte. Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts werden am 16.und 17. November 2018 in der Tagung „Bauhaus und Industrie“ vorgestellt. Sie liegen im April 2019 als Publikation vor und sind die Grundlage der Ausstellung Bauhaus und Industrie in Krefeld.

Die Arbeiten an dem Ausstellungspavillon, einer von Thomas Schütte entworfenen begehbaren Skulptur, schreiten voran. Der Pavillon wird in Einzelteilen von einem norddeutschen Holzbau-Unternehmen gefertigt und dann an der vorgesehenen Stelle im nördlichen Teil der Krefelder Kaiserparks zusammengebaut. Am Ausstellungskonzept für die Innenräume feilt Kuratorin Christiane Lange, die Dokumentarfilme für die Ausstellung sind in Arbeit.

Durch die Maßarbeit in verschiedenen Gremien und Präsentationen auf wissenschaftlichen Tagungen Konnte Projekt MiK e.V. den Krefelder Beitrag zu 100 Jahre Bauhaus im überregionalen Verbund von Kultur- und Forschungseinrichtungen verankern und ist sowohl bundesweit als auch in Nordrhein-Westfalen in den entsprechenden Veranstaltungsvorschauen und auf den Webportalen zum Thema präsent. Beim Auftakt von Bauhaus100 im Westen würdigte die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Isabel Pfeiffer-Poensgen, das Krefelder Projekt als herausragend im Land und Oberbürgermeister Frank Meyer sprach bei seiner Pressekonferenz von einem besonderen bürgerschaftlichem Engagement für Krefeld.


Projekt MIK e.V.
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