Der Krefeld Pavillon

Von

Thomas Schütte

Der Krefeld Pavillon wurde von dem Künstler Thomas Schütte für die Bauhaus-Ausstellung Bauhaus und Seidenindustrieentworfen und am 8. April 2019 eröffnet.

Auf den ersten Blick hat der achteckige Zentralbau mit geschwungenem Kupferdach nichts mit dem Bauhaus zu tun. Er löst eher widersprüchliche Assoziationen aus: einerseits erinnert er an Memorialbauten wie das Pantheon in Rom, das der Überhöhung dient. Seine innere Struktur gleicht dagegen einem Panopticon, also einer Architektur der Überwachung und Kontrolle. Doch das helle Lerchenholz und die geschwungene Dachform konterkarieren alle Zuordnungen. Der Krefeld Pavillon ist vor allem eine freie poetische Form.

 

Ihn zum Ort einer Ausstellung über die Verbindung von Seidenindustrie und Bauhaus zu machen, war Teil des kuratorischen Konzeptes. Der Krefeld Pavillon imitiert das Bauhaus nicht, er versucht aber auch nicht, es zu dekonstruieren. Er ignoriert diese Ikone der Avantgarde einfach. Stattdessen rückte mit ihm die bildende Kunst in den Mittelpunkt der Bauhaus-Ausstellung. Sie bildete den konstituierenden Rahmen der Schau.

Damit war der Krefeld Pavillon eine Geste der Reverenz an die bildende Kunst und ihre zentrale Rolle, die sie in der lange andauernden Verbindung von Bauhaus und Seidenindustrie spielte. Die Ausstellung Bauhaus und Seidenindustrie endete am 27. Oktober 2019.

 

Begleitband zur Ausstellung: Christiane Lange / Anke Blümm (Hg.): Bauhaus und Textilindustrie. Architektur, Design, Lehre, München 2019

Dokumentarfilme der Ausstellung: www.projektmik.com (ab Juli 2020)

 

ETWAS FEHLT

Thomas Schütte im Krefeld Pavillon

 

Die Ausstellung ETWAS FEHLT präsentiert das Werk des Düsseldorfer Künstlers Thomas Schütte in dem von ihm entworfenen Krefeld Pavillon. Schütte hat eine Auswahl von Werken zusammengestellt, die einen komprimierten Überblick über sein Werk von den Anfängen, Ende der 1970er-Jahre, bis in die Gegenwart liefert. Ironisch lakonische Kommentare zur Moderne, Architekturmodelle und figurative Skulpturen fügen sich im Krefeld Pavillon zu einer großen Installation zusammen.

Der Dokumentarfilm Krefeld Pavillon erzählt die Geschichte des Pavillons und führt in die Ausstellung ein. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

 

 

Pop up Karte von Thomas Schütte

Krefeld Pavillon 2018
Popup Karte 23 x 33,5 x 8 cm (im aufgeklappten Zustand)
Karton, gefaltet und gestempelt, mit Umschlag, nummeriert und signiert
Auflage 100 plus 10 AP
Paper engineering Peter Dahmen
Produktion buch exklusiv GmbH
Gefördert von der
EUMOD GmbH, Krefeld 

Errichtung Oktober 2018 – April 2019
Kaiserpark, Wilhelmshofallee/ Kaiserstraße, 47800 Krefeld 

Künstlerische Leitung
Thomas Schütte
Projektmanagement
Projekt MIK e.V. (Christiane Lange, Rolf Schlue),
RKW Architektur+, Düsseldorf (Lars Klatte, Sylvia Groß, Mehdi Pamsari)
Ausführung
Krogmann Ing.Holzbau GmbH, Lohne
Planung und Realisierung Nebengebäude

Projektleitung
Rolf Schlue
Planung/Umsetzung
Schröter Architekten, Krefeld

Förderung
Kulturstiftung des Bundes, Kunststiftung NRW, Sparkassen Kulturstiftung Krefeld, Land NRW, Stadt Krefeld, Verseidag Indutex, Interface, Treuhand Niederrhein, Schröter Architekten, Stadtwerke Krefeld, sowie private Förderer